Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Perowskit-Solarzellen sind äußerst spannend, da sie neue Möglichkeiten zur Steigerung des Wirkungsgrads und zur Senkung der Kosten in der Photovoltaik eröffnen. Hier sind einige der neuesten Fortschritte:
Druckbare Solarzellen auf flexiblen Folien:
Saule Technologies hat eine neue Solartechnologie entwickelt, die internationale Anerkennung gefunden hat. Das Unternehmen hat ein Verfahren zum Drucken von Perowskit auf flexible Folien entdeckt und patentiert. space.
Hauptmerkmale
Vielseitigkeit und Flexibilität:
Perowskit-Solarzellen können dünner als ein Mikrometer sein und auf dünne, flexible PET-Folien gedruckt werden, wodurch sie ein beeindruckendes Verhältnis von Gewicht zu Leistung bieten.-
Leistung bei schwachem Licht:
Perowskit-Zellen arbeiten effizient über ein breites Lichtspektrum hinweg und zeigen sowohl im Freien als auch unter künstlichem Licht eine gute Leistung – ein echter Gamechanger. -
Individuelle Formen und Farben:
Drucktechnologien bieten Gestaltungsfreiheit bei der Formgebung und eine einfache Skalierung von Mustern, wobei die Zellen so gestaltet werden können, dass sie unterschiedliche Farben und Transparenzgrade aufweisen.
Tandem-Solarzellen mit Weltrekord-Wirkungsgrad:
Eine der vielversprechendsten Entwicklungen ist der Einsatz von Tandem-Solarzellen, bei denen Perowskit- und Siliziumschichten kombiniert werden. Diese Kombination ermöglicht eine effizientere Nutzung des Sonnenlichts, da jede Schicht unterschiedliche Wellenlängen absorbiert. Forscher bei LONGi haben kürzlich einen Rekordwirkungsgrad von 33,89 % erreicht, was eine deutliche Verbesserung gegenüber herkömmlichen Siliziumzellen darstellt, deren Wirkungsgrad auf etwa 22 % begrenzt ist. Diese Tandemzellen könnten dazu führen, dass weniger Solarmodule benötigt werden, um die gleiche Energiemenge zu erzeugen, wodurch sich die Installationskosten und der Platzbedarf verringern.
Neue Produktionsmethoden:
Die Herstellung großflächiger Tandemzellen stellt nach wie vor eine Herausforderung dar, da es schwierig ist, die Perowskit-Schicht gleichmäßig aufzutragen. Verschiedene Beschichtungsverfahren, wie beispielsweise das „Slot-Die-Coating“, sowie hybride Ansätze, bei denen Vakuumprozesse mit Flüssigphasen kombiniert werden, werden derzeit getestet, um den Wirkungsgrad zu verbessern und Produktionsabfälle zu minimieren. Oxford PV hat in Deutschland die erste Serienproduktionslinie für Perowskit-Silizium-Tandemzellen in Betrieb genommen und dabei einen Wirkungsgrad von 28,6 % für eine großflächige Zelle erreicht.
Bleifreie Perowskit-Solarzellen:
Umweltfreundliche Alternativen stehen ebenfalls im Mittelpunkt der Forschung. Wissenschaftler der Nanyang Technological University in Singapur haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Deckschicht von Perowskit-Zellen ohne Blei synthetisieren lässt. Bei diesem neuen Verfahren kommt anstelle einer bleihaltigen Schicht eine Schicht auf Zinkbasis zum Einsatz, wodurch die Herstellung umweltfreundlicherer Solarzellen ermöglicht wird. Zwar enthält das zugrunde liegende Perowskit-Material in der Forschungsversion noch Blei, doch stellt dieser Fortschritt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Lösung für die Photovoltaik dar.
pv magazine International
Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Perowskit-Solarzellen eine vielversprechende Zukunft haben, sowohl hinsichtlich der Steigerung des Wirkungsgrads als auch bei der Herstellung nachhaltigerer Solarzellen. Das Hauptziel bleibt die Skalierung dieser Technologien für den Massenmarkt, insbesondere die Produktion großer, langlebiger Module. Unternehmen wie Oxford PV und verschiedene Forschungseinrichtungen weltweit arbeiten intensiv daran, diese Technologien in naher Zukunft auf den Markt zu bringen.

